Großbritannien liegt, gemessen an der Wirtschaftskraft des Landes, auf dem vierten Platz, dicht gefolgt vom französischen Nachbarn auf Platz Fünf. Nach den Ergebnissen des aktuellen Berichts des britischen Finanzministeriums zu urteilen, könnte demnächst zwischen beiden Ländern ein Positionswechsel erfolgen. Der geplante Brexit könnte die Wirtschaftsleistung des Vereinigten Königreichs auf lange Sicht ausbremsen, um bis zu knapp zehn Prozent.
Erst düstere Prognosen, jetzt Realität?
Noch vor dem Volksentscheid, im April 2016, warnte der damalige britische Finanzminister vor den finanziellen Auswirkungen eines Ausstiegs aus der Europäischen Union. Kritik aus den gegnerischen Reihen gab es zur Genüge. Gegner warfen dem Finanzminister vor, düstere Prognosen in die Köpfe der Bevölkerung zu pflanzen und damit unnötige Ängste zu schüren. Die Prognosen stammten überdies aus dem Lager der EU-Befürworter. Das politische Blatt wendete sich allerdings zu Gunsten der EU-Gegner.
Der harte Schnitt hat Folgen!
Der Austritt aus der Europäischen Union ist nun beschlossen. Regierungschef ist nicht mehr Cameron, sondern Theresa May. Auch ein neuer Name darf sich jetzt Finanzminister nennen. Doch an der Prognose hält auch die aktuelle Regierung fest. Im schlimmsten Fall, sollte Großbritannien keinen Zugang zum europäischen Binnenmarkt mehr haben, würde sich die Wirtschaftsleistung des Landes von 5,4 bis 9,5 Prozent abschwächen. Die Rechnung geht aus dem aktuellen Bericht des Kabinettausschusses hervor.
Wie die Zeitung „The Guardian“ berichtete, wären die Folgen für das Vereinigte Königreich weitaus dramatischer als gemeinhin angenommen. Besonders hart würde es den öffentlichen Sektor treffen. Der Brexit entpuppt sich als wahres Verlustgeschäft: 42 bis 73 Milliarden Euro weniger Einnahmen sind zu erwarten.
Titelbild: psdesign1 / https://de.fotolia.com/p/201949620
