Blitzschnelles Zahlen machen Kreditkarten mit Funkships möglich. Die Karten müssen nicht einmal eingesteckt werden. An der Kasse stehen, Karte dranhalten. Die Near Field Communication (NFC) macht es möglich. NFC gehört in vielen Ländern bereits zum Standard. Nur Deutschland stellt sich quer.
Deutsche nutzen den Service nicht!
Obwohl das Zahlen über Funk quasi im Vorbeigehen funktioniert und die meisten Kreditkarten mit einem Funksymbol ausgestattet sind, nutzen die Deutschen den Service nicht. Bis zu einem Betrag von 25 Euro muss nicht einmal der PIN eingeben werden. Die Karte muss nur im Abstand von wenigen Zentimetern an das Kassengerät gehalten werden. PIN eingeben, auf die Freigabe warten und gehen. Im übrigen Europa hat sich die einfache Zahlungsweise etabliert. In Schweden, Spanien oder Großbritannien gehört sie unlängst zum Alltag.
Viele Kassen sind heute sogar schon auf die neue Technik vorbereitet. Es weiß nur keiner. Und an den Stellen, wo Kunden ihre Karte noch in den Schlitz stecken müssen, ändert sich wohl erst etwas, wenn der erste Kunde aufschreit.
Das zögerlich Zahlverhalten deutscher Kunden kommt nicht von ungefähr. Es ist sozusagen hausgemacht. Jahrelang haben deutsche Banken die drahtlose Zahlung ignoriert und sie als „Mastercard-Propaganda“ abgetan. Tatsächlich ist der von Visa und Mastercard erhoffte Wettbewerbsvorteil nicht von der Hand zu weisen.
Wachsende Sicherheitsbedenken bei Kunden
Bisher fordern nur wenige Bankkunden das Zahlen über Funk aktiv ein. Ein Großteil befürchtet Hackerangriffe auf ihre Karten. Dass sich Kartennummern und Ablaufdatum tatsächlich von jedem Smartphone ablesen lassen, ist unlängst bekannt. Dennoch ist das Risiko verschwindend gering. Zum Ablesen über ein Mobilgerät ist der Betrüger gezwungen sehr nah an die Karte heranzutreten. Die erhöhte Gefahr aufzufallen, schreckt wohl jeden Betrüger davon ab. Zudem sind Online-Händler rar gesät, die zur Zahlung lediglich das Ablaufdatum und die Kartennummer einfordern.
Titelbild: Tiberius Gracchus
